Montag, 30. Juli 2012

Turbulente Hauptstadt und dunkle Vergangenheit


Kambodscha - Phnom Penh

Wir kommen relativ spät in der Hauptstadt an und lassen uns an den Fluss fahren und erhoffen uns da eine Masse an Angeboten von Gasthäusern. Naja, geht so. Eher Hotels, aber wir finden ein kleines, relativ preiswertes französisches Hotel mit Frühstück inklusive. Wir machen uns auf den Weg und finden in einem einheimischen Restaurant eine leckere Limetten-Shrimp Suppe und Schwein vom Grill. Da mir die Fahrt nicht so bekommen ist machen wir an diesem Abend nicht mehr viel.

Sonnenaufgang in Phnom Penh


Frühstück gibt es bis 10 Uhr. Genau unsere Zeit. Wir wachen um 10.15 Uhr erschrocken auf und Chris hastet nach unten, um zu fragen ob wir doch noch welches bekommen. Die Angestellten sind echt nett und bringen uns doch noch unser Frühstück. Brötchen, Brioche mit Butter und Marmelade und einen Pot Tee. Perfekter Start in den Tag. Wir wollen eigentlich zum Grand Palace, um die Silberpagode anzusehen. Auf diesem Weg laufen wir aber über einen Markt und entdecken wieder sehr Interessantes. Da liegen Hähnchen noch mit Federn, aber halb tot auf dem Tisch neben den gerupften Toten. Überall allerlei Fleisch, natürlich ohne Kühlung und sehr viel Gemüse. Einige Meerestiere werden tatsächlich gekühlt. Die Leuten schauen uns wieder an, als ob wir Geister wären.

Es gibt einfach alles!!


Und tschüss!


Ach ja, eine Delikatesse hier sind gebrütete Enteneier mit ca. 15-17 Tage alten Küken, die dann noch im Ei gekocht werden. Dazu gibts Chilisauce. Dies wird dann meistens direkt aus dem Ei gelöffelt. In Siem Reap hat uns ein Freund so eines mitgebracht. Aber es hat sich keiner getraut zu essen. Er ist da ziemlich schmerzfrei (hat auch 6 Monate in China gearbeitet) und zeigte uns wie man das isst. Ei oben etwas aufpitteln und das süße Entchen rausholen. Kopf ab und in die Sauce dippen, ab in den Mund. Ach ja, den Schnabel dann noch ausspucken. Und dann geht es mit dem Körper weiter. Es soll wohl ziemlich zart sein, man erkennt aber schon die Federn. Diese sind, genauso wie die Knochen, aber noch nicht ganz ausgebildet. Daher kann man das am Stück essen oder aus dem Ei löffeln. Das war eine der ekelhaftesten Dinge die wir je gesehen haben.

Am Ende des Marktes fährt noch ein Mann mit gekühlten Zuckerrohstückchen rum. Wir decken uns ein und kauen darauf rum. Dadurch wird der Saft dann frei. Sehr lecker, aber etwas langwierig. Dann doch lieber den Saft frisch im Becher kaufen :). Dann gehen wir doch zum Grand Palace. Dort herrscht Kleidervorschrift, knielange Hose und schulternbedekendes Oberteil und das bei über 30 Grad, puh. Dieser Park ist nett anzuschauen, aber auch nur eine Machtdemonstration des Königs und seines Reichtums. Wir sind jetzt nicht so davon angetan, weil während man sich den goldenen Thron des Königs anschaut, draußen wieder die Bettler warten. Die Silberpagode ist auch zu 90% mit Teppich ausgelegt, sodass man nur wenige silberne Platten zu Gesicht bekommt. Außerdem ist der Ansturm auf diese Attraktion sehr groß. Vor der Tür stehen die Reisebusse, drinnen führen Menschen mit einer Fahne die Leute in Gruppen gepackt herum.

Lecker Zuckerrohr!



Die fanden das alle ganz interessant!


Auf dem Rückweg gehen wir in eine ziemlich schicke Bar, die zudem noch Happy Hour hat. Eigentlich wollen wir nur einen Cocktail. Nach dem ersten entscheiden wir uns noch für einen Whiskey und eine Cohiba. Was man natürlich so macht als Backpacker. Ok, nach der Rechnung entscheiden wir uns doch für ein günstiges Essen. Wir lassen den Abend in einer anderen Bar ausklingen.

Wir schlafen wieder zu lange, bekommen aber trotzdem wieder unser Frühstück. Echt super die Leute. Wir besuchen einen Markt, das S21 und die Killing Fields. Das S21 war eigentlich früher eine Schule und wurde im Bürgerkrieg zum Gefängnis erklärt. Dort wurden alle angeblichen "Verräter" eingesperrt und brutal gefoltert. Es gibt unfassbar viele Aufzeichnungen von vielen Insassen und den Foltermethoden. Da wird einem schon mulmig im Magen. Da wurde auch keine Rücksicht vor Kindern oder Frauen genommen. Es wird auch eine Reportage gezeigt. Weil die Tonqualität so schlecht ist verstehen wir leider nicht so viel. Und danach zu den Killingfields. Dort wurden dann die Insassen hingebracht und sofort hingerichtet und dann in Massengräber verscharrt. Da Patronen für die Waffen zu wertvoll waren wurden die meisten Leute mit einem Stock totgeschlagen. Das Gelände sieht ehrlich gesagt garnicht so furchteregend aus, weil keine der Gebäude erhalten sind und vieles bewachsen ist. Aber es gibt noch fast alle ausgehobenen Massengräber und diverse Beschreibungen. Beispielsweise das 1980 aus einem Grab 460 Leichen geborgen wurden, oder einen Baum an dem Kinder erschlagen wurden. Ziemlich krass. Es gibt auch einen gläsernen Turm mit allen gefundenen Gebeinen. Sowas haben wir noch nie gesehen. Man kann es sich wirklich nicht vorstellen und ist dann richtig dankbar für das eigene Leben in Sicherheit und Frieden. Nach diesem Besuch lassen wir es ruhiger angehen und schlendern über den sogenannten Russian Market. De meisten Geschäfte haben zu, daher bleibt uns nurnoch das Essen. Wir probieren allerlei aus und entdecken viel neues und richtig leckeres Essen. Zum Schluss gibt es gegrillten Fisch, frisch vom Holzkohlengrill. Wir denken dieser wird noch zubereitet, aber eigentlich kommt er nur in eine Plastikverpackung mit Chillisauce und Salat. Hm, was machen wir jetzt damit ohne Besteck? Wir lassen uns an unser Hotel bringen und entdecken einen kleinen Supermarkt, der Tische vor dem Laden hat und frisch gezapftes Fassbier im Pitcher verkauft. Wir lassen uns nieder und essen einfach drauf los. Verdammt lecker, so ein ganzer, frischer Fisch :). Nachdem wir beim Mexikaner einen Snack zu uns nehmen und die meisten Bars schon zuhaben, finden wir eine Bar die 24h offen hat und lassen uns dort nieder. Wir verbringen den Abend mit Skypen und Blog schreiben.



Heute Buchen wir unseren Bus nach Ho Chi Minh City, Vietnam. Es sind nur 5h Fahrt. Da wir noch etwas Zeit bis zur Abfahrt haben, fahren wir nochmal zum Russian Market und kaufen noch ein paar Klamotten, die angeblich echt sein sollen und direkt aus den Fabriken aus der Umgebung kommen.
Diese Fabriken haben wir gesehen als wir mit dem Bus von Sihanoukville nach Phnom Penh gefahren sind. Wie im Fernsehen, es war Feierabend und zigtausend Arbeiter kamen aus den Hallen geströmt und wurden in Pick-UPS in die Wohnanlagen transportiert. Naja wir kaufen nur eine Hose und ein Top, sonst haben wir ja wieder zuviel Gepäck. Aber bis jetzt der beste Markt seit langem bezogen auf Kleidung.
Am Ticketbüro werden wir aufgegabelt und quer durch die Stadt zu unserem Bus gefahren. Davor steht ein Essensstand und wir kaufen ein. Es ist einfach immer wieder lustig, weil die meisten Verkäufer gar kein Englisch sprechen. Also wird immer auf gut Glück und Aussehen gekauft. Aber bis jetzt hatten wir meistens leckeres Essen, dieses Mal ist es warmer, klebriger Reis mit Sojabohnen und frisch geraspelten Kokosstreifen.
Die Busfahrt ist angenehm und die Leute kompetent. Beim Grenzübergang wird uns alles erklärt und es läuft unproblematisch. Beim Eintritt nach Vietnam werden sogar Gepäck und Bus durchgescannt. Das hatten wir auch noch nicht. Wir kommen doch erledigt gegen 21 Uhr in Ho Chi Minh City an und der nervigste Taxifahrer wartet schon auf uns.






by chaos0815-crew

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