Heute gehen wir den Tag etwas gemütlicher an, da wir von der Busfahrt ziemlich erledigt sind. Nach ausgiebigem Früstück/Mittagessen berät uns unsere Bedienung, wie wir die Tage hier am besten verbringen. Natürlich, um uns an Fahrer zu vermitteln und Geld zu verdienen. Wir lassen erstmal alles bei einem Glas Wein am Mittag auf uns wirken. Nach weiterer Information, war der erste Hinweis doch günstiger. Also entscheiden wir uns heute Nachmittag an das Angkor Wat zu fahren, um den Sonnenuntergang zu sehen. Die tuktuks in Kambodscha sehen anders aus. Hier sind es normale Roller mit einem Anhänger, der wiederum eine Miniaturkutsche darstellt. Es gibt richtig schicke Versionen. Am Wat angekommen schickt uns der Fahrer zum Haupteingang und wir versuchen uns erstmal zu orientieren. Das Wat macht in 30 min zu. Bis das geschieht haben wir den Eintritt zum Tempel auf einem Berg verpasst, von dem der Sonnenuntergang am schönsten sein soll. Da es aber sehr regnerisch und bewölkt ist werden wir wohl nichts verpassen. Wir haben uns mit Freunden in der Angkor W(h)at?! Bar verabredet, mit denen wir auch in Laos unterwegs waren. Vorher schlendern wir noch über den Nachtmarkt und essen in einem einheimischen Strassenrestaurant. Hier gibt es unfassbar viele Insekten die gerne auch auf die Menschen hüpfen, krabbeln oder einfach gegen sie fliegen. Dementsprechend schnell haben wir gegessen. Etwas weniger Glück hatte ein anderer Gast. Dieser Frau fällt eine Fledermaus auf den Teller. Anscheinend vom Dach über den Tischen. Yummie.
Das Ziel fuer den nächsten Tag ist es um 5 Uhr früh ans Angkor Wat zu fahren, um den Sonnenaufgang zu beobachten.
TukTuk,Cambodian Style:

Besuch beim essen am Strassenstand:

Ok, das mit dem früh aufstehen ist einfach nicht unser Ding. Heute leihen wir uns Mountainbikes aus und fahren die ganze Strecke mit dem Rad. Ca. 10 km einfacher Weg. Aber da alles eben ist gar kein Problem. Dort angekommen regnet es natürlich erstmal. Bis wir endlich unsere schicken Regencapes anhatten, hat es auch schon wieder fast aufgehört. Ok und alles wieder runter und weggepackt. Dann regnet es weiter aber wir nehmen den Schirm, ist komfortabler :).
Die Anlage des Angkor Wat ist sehr groß aber auch überschaubar. Diese Stätte wurde im 12. Jahrhundert erbaut und ist die größte religiöse Stätte ihrer Art. Wir wandern durch die Hallen, über das Gelände und sind fasziniert von der Sorgfältigkeit mit der diverse kleine Gemälde in die Steine eingemeißelt sind. Wir entscheiden uns am nächsten Tag wieder zu kommen und dann einen Guide zu engagieren. Während wir einige Bilder von uns am See davor gemacht haben, mit dem Wat im Hintergrund, machten auch diverse (wir glauben Japaner) Bilder von uns. Total kurios. Wir posierten richtig für die und die haben sich riesig gefreut. Wir haben uns schon leicht wie eine Touriattraktion gefühlt :). Nach dem Blitzlichtgewitter geht es weiter auf Erkundungstour.
Auf dem Gelände befinden sich auch diverse Affen, die Essen und Getränke von den Touris bekommen oder einfach von ihnen nehmen.
Wir nehmen uns auch vor, wieder auf den Berg zu gehen, um den Sonnenuntergang zu sehen. Ein Aufstieg von ca. 20 min. Leider sind wir nicht die einzigen mit der Idee. Der Eintritt ist limitiert auf 300 Gäste. Die gefühlten 100 Reisebusse mit Chinesen, Japanern und Koreanern haben wir wohl übersehen. Natuerlich muss man bis ganz hoch laufen, um dann festzustellen dass zu viele Leute anstehen und der Eintritt dichtgemacht wird. Also wandern wir die 20 min wieder runter vom Berg.
An jedem Eingang stehen duzende von Frauen und Kindern, die einem IRGENDWAS verkaufen wollen. Christian bekommt grundsätzlich Bier angeboten und ich Bücher und Schals. Freundlich lehnen wir jedes Angebot ab und schlagen uns durch die Menge durch. Als ich mich mit meinem Fahrrad durch die Menge schlage, werde ich von einer asiatischen Frau am Arm gestreichelt und angelächelt. Anscheinend sehen die nicht oft Europäer. Diese Asiaten.
Wir machen uns auf den Weg Heim, da wir kein Licht am Rad haben und die Strassen nicht beleuchtet sind. Dies ist auf den ersten 2km sehr abenteuerlich, weil die Strasse ungefähr nur eine Spur breit ist und aus beiden Richtungen Reisebusse anrasen. Denn hier wird nicht gebremst, sondern immer nur gehupt und dann hat das nächst kleinere Fahrzeug vom Weg zu weichen oder man wird umgefahren. Klare Regeln an die sich jeder hält. Daher wird, gerade in Kambodscha, am laufenden Band gehupt. Die Stadt ist ziemlich staubig und daher wird man automatisch dreckig durch den Wind der alles in die Luft wirbelt. Nachdem wir die Räder abgegeben haben gönnen wir uns einen Pancake und stellen mal wieder fest, dass die Welt ein Dorf ist. 2 min später trudelt Matthew mit einem Mädel an, das wir nicht kennen. Die beiden wollen auch einen Pancake. Ihn kennen wir auch aus Laos und haben ihn bei der Hälfte der Reise verloren :). Sie berichten uns, dass sie heute morgen den Sonnenaufgang erlebt haben und den ganzen Tag die gesamte Anlage abgefahren sind. Normalerweise plant man dafür 2-3 Tage ein. Da ein Tagesticket aber 20$ kostet überlegt man sich das auch mal. Wir gehen zusammen auf ein Feierabendbier und beschließen morgen früh den Sonnenaufgang jetzt wirklich zu sehen.
Im Hintergrund Angkor Wat, vorne Touristen:

Ein Mönch mit iPad...

Ok, wir geben es auf. Der ist bestimmt so toll wie woanders auch noch :). Wir mieten uns heute wieder ein Rad und düsen ans Wat. Heute ist der Plan einen Guide zu nehmen und noch die andere Anlage, Angkor Thom, zu besichtigen. Am Angkor Wat suchen wir einen Guide. Da wir keinen sehen fragen wir einen Ticketkontrolleur, wo wir denn einen solchen finden. Dieser ist freundlich und hilfsbereit und ruft die Polizei. OK! Als der Polizist ankommt telefoniert er und plötzlich steht ein Guide vor uns. Ok, etwas verwirrt gehen wir los auf geschichtliche Erkundungstour. Es ist sehr interessant und das Geld Wert. Ach ja, ziemlich am Ende der Tour fragt uns der Guide, wieso wir den Polizisten geholt/gefragt hätten. Wir erklärten ihm die Situation, dass wir nicht wussten woher wir einen bekommen und uns einfach durchgefragt haben. Dann wurden wir aufgeklärt, dass der Guide 3$ an den Polizisten abgeben muss, weil dieser zur "Comission" gehört. Das ist die Organisation, die für die ganze Korruption verantwortlich ist. Upsi.
Wir beeilen uns,weil wir wieder spät dran sind und fahren 3km weiter zum Angkor Thom. Einem noch älteren Tempel, der beeindruckend in die Höhe ragt. Dieser ist voll von Türmen mit 4 Gesichtern in Stein in jede Himmelsrichtung. Die gesamte Anlage ist riesig und wir fahren noch etwas weiter. Leider ist es nicht mehr erlaubt in die Tempel zu gehen. Also fahren wir nach Hause.
Wir sind wieder mit den anderen verabredet und feiern unser Treffen. Wir entscheiden uns am nächsten Tag weiter nach Sihanoukville zu fahren.
Bayon Tempel im Angkor Thom:

Heute checken wir aus und Buchen ein Ticket für einen Nachtbus nach Sihanoukville, da die Fahrt wohl ca. 8h dauert. Wir verbringen den ganzen Tag im Restaurant und organisieren unsere weitere Reise. Schon in Laos sind wir über einen Laden gestolpert, in dem man für sehr wenig Geld sich Filme, Musik, ebooks oder Hörbücher auf den mp3 Player oder aufs iPad Laden kann. In Kambodscha gibt's diesen in jeder größeren Stadt. Leider ist der Speicherplatz voll, sodass es nur für einen Film reicht. Dafür gibts aber die 3er Reihe von Suzanne Collins als ebook, Harry Potter 1-4 als Hörbuch und 500 Lieder für Christian :). Danach treffen wir uns wieder mit den anderen zum Abendessen und entscheiden uns kurzfristig zur European Karaoke, da heute Deutsche, Engländer, Österreicher, Belgier, Holländer und Amis dabei sind. Der Ladenbesitzer ist ein merkwürdiger, an den Pate erinnernder Italiener, dem es wohl total egal ist, ob er Umsatz macht oder nicht. Der Laden ist auch absolut ausladend, aber wenn man sich was in den Kopf gesetzt hat. Wir zahlen 2$ für ein Bier und wählen unsere Titel. In der Bar vorher gab es das gleiche Bier für 0,5$. Wir schaffen 2 Lieder und sprinten dann zum Treffpunkt fuer unseren Nachtbus. Pick up ist am Guesthouse. Nachdem wir fast 1h gewartet haben, kommt ein Minibus, um uns zum Big Bus zu bringen. Bis jetzt alles normal, bis auf die Verspätung. Wir fahren ganze 50 Meter und halten an einem Reisebus, der an der Hauptstraße steht. Ja genau, dafür haben wir 1h gewartet. Ein Witz. Wir sind vorher an dem Bus schon vorbeigelaufen. Ok, wir steigen ein und sind entsetzt, denn es ist 0 Uhr und wir stehen in einem stink normalen Reisebus, ohne Schlafsitze geschweige denn Betten. Wir setzen uns erstmal hin und warten ab. Vielleicht steigen wir ja nochmal um. Nicht. Wir sprechen einen dazugehörenden Mann an und fragen ob das der Sleeperbus ist. Dieser lacht hämisch und geht weg. Ich frage einen anderen ob es hier Toiletten gibt und er antwortet total frech, dass er es nicht weiß. Die Stimmung ist Super :), vor allem wurde uns eine Decke versprochen und ich hab nur ein Kleidchen getragen. Grundsätzlich läuft die Klima in jedem Bus auf gefühlten 10 Grad.
Naja, wir hatten keine andere Wahl und haben versucht das beste daraus zu machen.
Nach 6h Fahrt halten wir in Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha, um den Bus zu wechseln und 1h später weitere 5h nach Sihanoukville zu fahren. Die Fahrt ist immer aufregend, weil die Strassen hier manchmal einfach so für einige hundert Meter aufhören und man über Schotter fährt und dann beginnt irgendwann wieder der Asphalt. Ist total nachvollziehbar. Um 12 Uhr mittags kommen wir dann endlich in Sihanoukville an und das Wetter ist perfekt, um an den Strand zu gehen.
Sonnenuntergang bei Angkor Thom:

Der Strand von Sihanoukville:

Was uns in Siem Reap extrem aufgefallen ist, sind die bettelnden Kinder. Dies ist ziemlich heftig, da Kinder im Grundschulalter meistens noch Babies mit sich herum tragen, um noch mehr Mitleid zu erhaschen. Dieser Anblick bricht einem das Herz, gerade wenn man an unsere lieben Sophia und Iven denkt. Die Kindern tuen einem wirklich leid, aber das schlimme ist, dass dahinter eine riesen Machenschaft steckt. Vor allem ist der Standardspruch "we don't want Money, wanna Food", aber wenn man ihnen Geld anbietet oder was kauft, dann wollen sie lieber dein Geld oder geben es sogar im Geschäft zurück. Und dann reicht auch nicht 1$, sondern dann müssen es gleich 5-6$ sein für das Milchpulver. Nur leider würde sowas nie bei den Kindern direkt ankommen, daher lassen wir das auch. Am heftigsten war der letzte Abend. Gerade, als wir auf dem Weg zum Bus sind, steht ein schwarzer Transporter an der Strasse und als ich vorbeigehe springt ein Junge mit Baby im Arm auf die Strasse und bettelt mich an. Ich sehe mich um und da sind wieder zig Kinder unterwegs. Anscheinend war gerade Wechsel, denn die Tage vorher waren es immer die gleichen Kinder an den gleichen Stellen und heute hat man kaum welche gesehen. Ziemlich traurig.
Manche Kinder verkaufen Rosen, Postkarten oder Bücher und werden richtig patzig wenn man nichts kauft. Einem Freund wurde ein nettes "Fuck you" hinterhergerufen, weil er keine Rose kaufen wollte.
Englisch sprechen sie hier wirklich alle. Das ist bemerkenswert.
Man wird auch permanent von Behinderten angesprochen, die entweder Geld wollen oder einem Bücher verkaufen. Wir begreifen schnell warum niemand an den Strassenplätzen in den Bars sitzt. Es ist furchtbar, aber anscheinend ist das nicht der richtige Weg um zu helfen. In jeder Broschüre wird davon abgeraten. Wenn man es nicht direkt bekommt, dann versuchen diejenigen Mitleid zu erhaschen. Sogar unser TukTuk Fahrer, der uns ans Guesthouse gebracht hat, meinte wir sollen ihn für morgen Buchen, sonst bekommt er Ärger vom Chef und verdient kein Geld und und und...und setzt dabei seinen Hundeblick auf. Das war auch merkwürdig, lieber Ali.
Ein Hinweisschild in der Nähe des Angkor Wat (wer macht denn sowas??):

Leckeres Essen am Strand:

Eine weitere Eigenheit sind TukTuk Fahrer und Verkäufer. Diese springen einen förmlich an, schreien einem irgend ein Angebot um die Ohren und würden dich am liebsten am Arm irgendwo reinziehen oder dich solange halten bis du was kaufst. Teilweise rennen sie einem hinterher oder auf einen zu. Dies ist sehr anstrengend, weil man nicht in Ruhe die Strasse entlanglaufen kann. die meistgehörten Sätze hier sind: TukTuk? Ok?! Where you go? Sir, a Beer? Lady a scarf? Hammock? Do you wanna buy a Book? Why not? Maybe later?
Maybe Not!!
by chaos0815-crew
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