Hier in einem Schwung unsere ganzen Erfahrungen aus Laos. Wir laden so viele Bilder wie möglich hoch. Viel Spaß damit!
Luang Prabang
Mit einem kleinen Boot geht es über den Mekong, der Thailand und Laos trennt. Da dies ein offizieller Grenzübergang ist, sind alle Prozesse eingespielt und standardisiert. D.h. Für uns ist es kein Problem ein Visum zu bekommen. Nachdem die ganze Gruppe fertig ist, gehen wir mit unserem Guide zu seinem Büro, kaufen Sandwiches und Obst fuer die Fahrt und werden mit einem TukTuk zu der Bootsanlegestelle gebracht. Pro Tag fährt nur ein Boot, d.h. Es wird natuerlich probiert es so voll wie möglich zu machen. Wir erwischen wohl ein besseres mit gepolsterten Sitzen. Alles ist extrem eng, da ca. 100 Leute anwesend sind obwohl es nur Plätze für ca. 70 gibt. Einheimische reisen auf diesem Weg, mit ihrem ganzen Hab und Gut, also auch Hühner und Roller sind anwesend.
Die Fahrt am ersten Tag dauert ca. 7,5h. Etwas erledigt kommen wir in Pakbeng an. Einem Dorf, das wohl nur für den Stopp des Slowboats dient. Am Ufer werden wir überrannt von Leuten, die uns ein Guesthouse anbieten wollen. Wir haben schon vorher eins gebucht und müssten uns keine sorgen machen. Im Guesthouse "bounmee" werden wir gut versorgt und die Unterkunft ist völlig in Ordnung.
Am nächsten Morgen geht es um 9 Uhr nach dem Frühstück wieder an Board. Ok, Christian hat seinen ersten Lao-Coffee probiert. Man könnte meinen der Löffel fuer den Zucker könnte ohne Hilfe stehen :) also an den Geschmack muss man sich wohl noch gewöhnen. Die Aussicht auf dem Mekong ist atemberaubend und es ist faszinierend, dass ständig Felsen aus dem Wasser ragen. Diese Fahrt dauert ca 8,5h und etwas kaputt kommen wir dann in Luang Prabang an. Einer kleinen idyllischen Stadt. Nach etwas Orientierung finden wir, dank Matthew, ein günstiges Zimmer, für 4€ pro nacht. Nach 10 min. verschnaufen geht es mit einer lustigen Truppe auf den Markt was essen und dann ins Utopia, einer gemütlichen Bar direkt am Fluss. Da um 23.30 Uhr Sperrstunde ist werden wir von einem netten Busfahrer zum Super Bowlingcenter/Disko gefahren. Naja, im Endeffekt ist es eine ganz normale Bowlinghalle mit kahlen Wänden und zu trinken gibt es nur Bier :). Wir versüßten uns den Abend mit Trinkspielen, die uns erstmal alle in englisch erklärt werden. Sehr witzig.
Ausgeschlafen geht es heute erstmal ins Delilahs, ein kleines sehr westlich orientiertes Restaurant. Da es sehr heiß ist, hab ich (Helena) heute erstmal ziemliche Kreislaufprobleme, sodass wir uns nach etwas Stadtspaziergang an einem Restaurant am Fluss niederlassen. Zum Sonnenuntergang geht es dann gestärkt hoch hinauf auf den Tempel, der am höchsten Punkt der Stadt liegt. Der Ausblick ist herrlich, die Landschaft in Laos ist wirklich wunderschön. Nach dem Essen (Pizza) treffen wir uns mit den anderen im Guesthouse zum Erzählen und gehen früh ins Bett. Morgen steht der Ausflug zum Wasserfall Kuang Si an.
Um 10 Uhr ist Treffpunkt und wie das so ist mit 13 Leuten, wird alles verzögert. Nachdem jeder mit Essen versorgt ist und wir ein günstiges TukTuk gefunden haben geht es los. Die Fahrt dauert ca. 1h. Nach einem kleinen Marsch steht man vor den ersten Becken mit türkisblauem Wasser. So einen Wasserfall haben wir auch noch nicht gesehen. Entlang des Weges gibt es diverse, aber nicht alle sind zum schwimmen geeignet. Am großen Pool angekommen sieht man schon die ganzen Touris, die sich mit einem Seil ins Wasser schwingen oder von einem Felsvorsprung springen. Das Wasser ist wunderschön und es befinden sich sogenannte Spa-Fische drin. D.h. wenn man die anderen beim Springen bestaunt und im Wasser steht, knabbern kleine Fische an deinen Füssen die Hornhaut ab, yummie :)
Christian und ich haben uns beide beim Seilschwingen so doof angestellt, dass wir uns beide paar Finger geprellt haben. Naja das wird schon wieder...zusätzlich wagen wir uns noch auf die Spitze des Wasserfalls und legen eine kleine Wandertour zurück. Der Ausblick ist schon der Wahnsinn und man erkennt die ganze Pracht des mehrstufigen Wasserfalls und seinen kleinen Becken.
Nach 3h geht es mit dem TukTuk wieder zurück in die Stadt. Da wir in dieser Nacht noch das Spiel Deutschland-Italien sehen wollen bleiben wir eine Nacht länger in Luang Prabang. Alle anderen reisen in dieser Nacht ab.
Naja ok, so toll war das Spiel jetzt auch nicht :-/
Am nächsten Tag reisen wir um 8 Uhr mit dem Minibus nach Vang Vieng, die Stadt fürs Tuben und Klettern. Die Fahrt ist eine der schlimmsten, da unser Fahrer anscheinend zu viel Formel 1 geguckt hat und jede Kurve mit Schmackes mitnimmt. Was dazu führt, dass man keine Minute ruhig sitzen kann, sondern nur von einer Seite in die andere geschleudert wird. Noch unangenehmer ist die extrem laute laotische Musik, die aufgedreht wurde und die Freundin vom Fahrer die neben mir saß/lag und es sich auch mal auf meiner Schulter bequem gemacht hat, genauso wie Christian. Nach 5h Fahrt und einem kleinen Einkauf von 1kg Gurken auf dem Markt kommen wir leicht erledigt in Vang Vieng an :).
Vang Vieng

Nach etwas Suche und dem weniger anspruchsvollen Zimmer der letzten Nächte entscheiden wir uns für etwas Luxus und nehmen uns ein Zimmer für 10€ pro Nacht/Zimmer. Mit weiser Voraussicht, dass wir dieses Luxus nach dem Tuben brauchen. Unter "tuben" versteht man hier, dass man sich einen alten Schlauch von einem Traktorreifen ausleiht und sich auf diesem den Fluss hinunter treiben lässt. An dem Flussufer gibt es dann mehrere Bars, in denen den ganzen Tag Party ist. Wenn man an der Bar vorbeitreibt werfen die Angestellten Wasserflaschen an einem Seil und ziehen dich an die Bar ran.
Nachdem wir etwas die Stadt erkundet haben, treffen wir nach und nach alle Leute der letzten Tage wieder, die uns einen Tag voraus sind. Extrem zerstört nach dem Tuben sind diese kaum ansprechbar. Ohje, was uns da wohl erwartet morgen. Zum Glück gab es noch ein Pärchen aus den USA, die ebenfalls heute erst angereist sind. Mit denen lassen wir den Abend in der Smile-Bar ausklingen bei ein paar kostenlosen Buckets (kleine Eimer mit Cocktails drin, der typisch für Thailand und Laos ist).
Heute ist um 13 Uhr Treffpunkt mit allen zum Tuben. Wie erwartet schaffen es nicht alle, aber die Stimmung ist Super. Nachdem wir uns alle mit Burgern versorgt und einen Ring ausgeliehen haben, werden wir mit dem TukTuk an den Startpunkt gefahren. Nach der Überquerung des Flusses ist schon die erste Bar. Die Ringe werden an die Seite geschmissen und am Eingang bekommt man direkt Whiskey in den Mund gegossen und ein Armband um. Nach diesem harten Einstieg geht es erstmal mit Bier weiter. Überall läuft Musik und die Stimmung ist Super. Alle chillen, tanzen oder spielen Trinkspiele, aber in einer so gemütlichen Atmosphäre wie ich es noch nicht erlebt habe. Ok vielleicht tragen auch die Massen an Marihuana und Pilzen bei, die man überall kaufen und konsumieren kann, sowohl zum Essen, Rauchen oder auch trinken :-D. Da es so heiß ist, genießt man auch eine Dusche an der Bar. Irgendwann geht es weiter an die nächste Bar. Theoretisch könnte man da hinlaufen, da die ersten 6-7 Bars alle press nebeneinander sind, aber wegen der Gaudi begeben wir uns natürlich aufs Wasser. Nach kurzem treiben stehen schon die "Fänger" bereit und werfen mit gefüllten Wasserflaschen nach dir, um einen an Land bzw. In die Bar zu ziehen. Dies klappt erstaunlich gut. So geht es den ganzen Tag von Bar zu Bar. Wir vergessen die Zeit und bleiben zu lange, sodass es schon dunkel wird als wir uns zur letzten Bar treiben lassen wollen. Aber irgendwie war diese nicht aufzufinden :). Da wir immernoch ca. 10 Leute waren, haben wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und einfach solange den Fluss entlangtreiben lassen bis irgendwelche TukTuk-Fahrer mit Taschenlampen und Seilen uns aus dem Wasser Fischen. Anscheinend sind wir nicht die Einzigen, denen das passiert. Etwas überteuert bringt dieser uns wieder in die Stadt. Weil alle nass und kaputt waren, gehen alle brav nach Hause :).
Am 2. Tag sind wir wieder zum Tuben verabredet. Da manche aber weitergereist sind, sind wir zu viert los. Was dem Spass eindeutig keinen Abbruch bringt. Da es etwas regnerisch ist, ist weniger los, aber wir haben uns davon nicht aus der Ruhe bringen lassen. Da wir nichts aus unseren Fehlern lernen, bleiben wir zu lange und sind immernoch viel zu spät auf dem Wasser. Diesmal gibt es nicht mal mehr TukTuk-Fahrer, die uns rausfischen. Also lassen wir uns noch weiter treiben, bis wir eigenständig bei der Smile-Bar landen und uns aus dem Wasser ziehen. Zwischendurch gabeln wir noch weitere umhertreibende Tuber auf. Gemeinsam geht alles besser :). Da wir schonmal hier sind, genießen wir noch einen Drink und wollen dann den Tube abgeben. Leider war es nach 20 Uhr und der Service hatte schon zu. Nun stehen wir da mit unseren Tubes. Nach ein paar Minuten kommt doch ein Mann und öffnet die Garage. Da wir aber wohl kein Geld zurück bekommen, nehmen wir aus trotz einen Tube mit ins Zimmer. Aus Prinzip! Der Abend geht wieder früh zu Ende.
Am kommenden Tag früstücken wir zu lange und verpassen die Busse weiter nach Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Diese fahren nämlich nur bis 14 Uhr. Also Buchen wir unser Ticket fuer den nächsten Tag morgens um 9.30 und mieten uns einen Roller. Ok, es gibt hier nicht viel zu sehen. Den Abend lassen wir in einer Bar ausklingen in der permanent die Serie "Friends" läuft.
Heute geht es weiter nach Vientiane. Die Busfahrt dauert ca. 3h und geht über holprige, aber meistens geradeausführende Strassen, viel angenehmer.
Vientiane

Wir kommen bei strömendem Regen gegen 18 Uhr in Vientiane, der Hauptstadt von Laos an. Nach circa drei Stunden holpriger Busfahrt setzt uns der Fahrer an der Busstation ab. Etwas orientierungslos laufen wir los und finden recht schnell ein akzeptables Gasthaus. Der Mekong bildet in der Höhe der Stadt die Grenze zwischen Thailand und Laos. Wir laufen die Promenade entlang und lassen uns in einer kleinen Bar nieder, in der später live Musik gespielt wird. Viel mehr geht an diesem Tag auch nichtmehr.
In unserem Gasthaus gibt es ein kleines Frühstück. Nach diesem leihen wir uns Fahrräder aus, ohne Gangschaltung.
Wir radeln die Highlights in der Stadt ab. Ein Tempel, ein dem Arc de Triumphe nachempfundenes Bauwerk und dem Wahrzeichen von Laos, dem Si That Luang. Abends essen wir Pizza. Dank dem internationalen Charakter der Stadt bekommt man hier nahezu jedes Essen.
Heute leihen wir uns einen Roller aus um das Umland der Stadt zu erkunden. Unser Ziel ist die Freundschaftsbrücke, die die Länder Thailand und Laos über den Mekong durch eine Brücke verbindet. Diese Brücke sehen wir nur von weiter weg da wir sonst aus Laos ausreisen müssen, was nicht so praktisch gewesen wäre. Die teils unbefestigte Straße etwas weiter gelangen wir zum so genannten Buddha-Park, der eine Sammlung verschiedenster Buddha-Statuen beherbergt. Aufgrund der Größe und dank der untergehenden Sonne wirklich imposant. Die Bilder folgen dann noch! Abends verlassen wir Vientiane Richtung Pakse mit dem Nachtbus.
Pakse
Wir kommen morgens um halb acht total verschlafen in der Stadt Pakse an. Ein TukTuk-Fahrer bringt uns ins Zentrum der Stadt. Dort buchen wir uns in ein Gasthaus ein und machen uns fertig, um frühstücken zu gehen. Während dem Frühstück schmieden wir weitere Pläne für die weiteren Tage. Zurück in unserer Unterkunft holen wir uns einige Infos wie wir die Gegend erkunden können ein. Obwohl die Unterkunft geführte Touren zum Bolaven-Plateau anbietet beraten uns die Angestellten zu einer individuellen Tour mit einem Zweirad. Sie empfehlen uns zwei Verleihstationen. Eine steuern wir direkt danach an und finden dort, im Gegensatz zu den meisten Stationen, auch Motorräder zum Verleih. Eine Honda 235 "The Tracker" gefällt uns direkt und wir vertrauen der Maschine mit jungfräulichen 89.179 km auf der Uhr. Natuerlich müssen wir nach 7h wieder auschecken, da wir die nächste Zeit nicht in der Stadt sind. Gegen 14.30 Uhr geht es los Richtung dem 90 km entfernten Wasserfall Tad Lo. Unsere Tour führt vorbei an sehr ursprünglichen Bambusunterkünften der Bergvölker. Überall an und auf der Straße stehen Kühe, Schweine, Hühner und Hunde. Teilweise müssen wir einen Slalom durch eine Kuhherde machen, die gerade von 3-5 jährigen Kindern die Straße entlang getrieben werden. Entlang der Straße werden Ananas, Durian und Bananen von den Plantagen angeboten. Die Menschen sind sehr herzlich, winken uns, lachen über oder mit uns und freuen sich anscheinend uns zu sehen. Auf dem Weg zum Wasserfall entdecken wir immer mal wieder eine Grund- oder weiterführende Schule, die für die Entwicklung des Landes stehen, das momentan noch zu den ärmsten 20 Ländern der Welt zählt. Der Anbau von Reis, Kaffee und Holz gehört zu der ursprünglichen Landwirtschaft. Nach etwa 100 km Fahrt kommen wir in der Nähe des Wasserfalls an und begeben uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Wir landen in einem Bungalow aus Bambus mit WC/Dusche "in der Nähe" für 2,5€ die Nacht. Dafür direkt an dem Fluss inklusive dem Rauschen des Wasserfalls und einer Hängematte mit Blick auf diesen.
Am nächsten morgen frühstücken wir schnell und schwingen uns wieder auf die Sitzbank unserer Honda. Auf dem Plan stehen weitere Wasserfälle und alles was so auf dem Weg liegt. Das Ziel ist Paksong, die wichtigste Stadt in dem Bolaven-Plateau. Nach dem ersten Wasserfall fahren wir an einem Schild vorbei, das zu einem Dorf eines Bergvolkes zeigt. Wir biegen von der gut asphaltierten Straße auf einen kleinen Feldweg ab. Dieser ist übersät mit Spitzen Steinen und riesengroßen Pfützen. Jetzt wissen wir auch warum der Mann von dem Verleih uns einen Ersatzschlauch für den Reifen mitgegeben hat. Wir werden ihn zum Glück nicht brauchen.
Vor uns fährt ein Hako mit Sitzfläche und etwa acht Personen als Passagiere. Wir vermuten das die Passagiere Dorfbewohner sind und sind etwas verdutzt als sie ihre Digitalkameras und Fotohandys zücken und Bilder von uns machen. Wer ist also die Attraktion? Anscheinend sind die Dorfbewohner recht gut mit der neuesten Technik vertraut.
In dem Dorf selbst passieren wir einige sehr rustikale Bambushütten mit spielenden Kindern die uns laut zurufen und winken.
Ein großes Matschloch setzt unserer Reise durch das Dorf dann doch ein Ende und wir müssen umdrehen. Bei diesem Wendemanöver kommen drei Jungs zu uns gerannt und präsentieren stolz ihr "Spielzeug", etwa fünf tote Echsen und zwei schillernde Käfer. Der weg zurück führt wieder durch drei bis vier Meter große Schlammpfützen. Wir vertrauen den grobstolligen Reifen unserer Maschine. Zurecht!
Ein paar Kilometer weiter befindet sich ein weiterer Wasserfall, zu dem ein kleiner Weg von einem Dorf aus führt. Wir parken das Motorrad und sofort kommen drei Jungs zu uns gerannt und bestaunen uns und unser Gefährt. Was wir noch nicht wissen ist, dass die drei Jungs, zwischen fünf und zehn Jahren alt, unsere "Guides" zu dem Wasserfall sind.
Der kleinste der Gruppe geht voran und zeigt uns den weg durch Reisfelder und dichtes Gebüsch. Die älteren beiden Jungs begleiten uns ebenfalls. An dem Wasserfall angekommen halten die zwei älteren ein paar Gurken in der Hand, die sie waschen und uns dann hinhalten. Sie sind frisch von den Jungen gepflückt. Wir werden durch die Gegend geführt und bekommen gezeigt wo man baden kann. Die Jungs machen das vor und spielen danach zusammen.
Als wir soweit durch sind gehen wir zurück, natürlich wieder von den Jungs geführt. Für diese professionelle Führung bekommen sie auch etwas Taschengeld.
Das nächste Ziel, die Stadt Paksong, ist eigentlich nicht mehr weit entfernt. Wenn wir da nicht mal links abgebogen wären, um dem Schild zu folgen auf dem Werbung für einen laotischen Staudamm gemacht wird. Ab jetzt gibt es nur noch Schotter- oder Feldweg, keine Schilder auf englisch und erst recht keine Touristen mehr. Uns kommen etliche Feldarbeiter und ein paar Geländewagen entgegen. Auf dem Weg befindet sich ein Camp der UXO Laos, die sich um die Räumung der Minen kümmert. Die Aufgabe dieses Camps finden wir allerdings erst später heraus.
Nach etwa einer Stunde Fahrt ist leider immernoch kein Staudamm in Sicht, es wird langsam dunkel und wir haben keine Landkarte und somit auch keine Ahnung wo und wann das nächste Dorf kommt.
Wir entscheiden uns, umzudrehen und kommen bei Dunkelheit wieder auf der befestigten Straße an. Jetzt liegen noch etwa 30 Kilometer bis zur Stadt vor uns. Das zwar auf einer asphaltierten Straße aber durch die kreuzenden Kühe, das falsch eingestellte Licht der Maschine und der Masse an herumfliegenden Insekten sehr abenteuerlich. Wir landen spät abends in Paksong und nehmen das erstbeste Zimmer, unter anderem wegen der heißen Dusche. Da das Plateau wie der Name schon sagt erhöht liegt sinken hier die Temperaturen nachts stark. Das Zimmer hat starken Schimmelbefall an der Wand, ein Loch in der Decke und einen komisch süßlichen Duft.
Am nächsten morgen machen wir uns auf den Weg zurück nach Pakse. Zwischendurch halten wir an verschiedenen Strassenständen, um Ananas und Durian zu kaufen. Bei einem Picknick an der Strasse wird alles verzehrt.
Zurück in Pakse (gegen 13.15Uhr) erfahren wir, dass der Letzte Bus nach Don Det, unserm nächsten Ziel schon um 14 Uhr fährt. Wir lassen uns noch ein Baguette für den weg schmieren und werden mit einem TukTuk an den Busbahnhof gefahren. Dort merken wir, dass der letzte Bus kein Bus, sondern ein Songthaew, also ein Pickup mit zwei Sitzbänken auf der Ladefläche ist. Mit diesem geht es dann, mit 16 weiteren Passagieren, ein paar Kabelrollen, einigen Säcken Futter und einem Benzinkanister Richtung Don Det, eine der 4000 Inseln (Si Phan Don) im Süden von Laos. Die Fahrt dauert etwas 3,5 Stunden. Immerhin sind die Straßen weitestgehend asphaltiert. In der Hälfte der Strecke legen wir einen Stopp ein, steigen aber nicht aus. Statt dessen kommen etwa 15 Frauen mit Essen und trinken zu dem Fahrzeug. Sie halten ganze Hühner am Spieß, gegrillte Organe und Maiskolben in die Menge. Nachdem alle versorgt sind geht die Fahrt weiter. Mit einem kleinen Holzboot kommen wir dann schließlich an der Insel an.
Don Det Island
Etwas überraschend besteht der so genannte "Sunset Boulevard" aus einem matschigen kleinen weg, der durch den vielen Regen einige große Pfützen besitzt. Dies ist trotzdem der wichtigste auf der Insel, an dem sich alle Herbergen versammeln. Es ist sehr ruhig als wir ankommen, was sich auch die nächsten Tage nicht ändern soll. Es ist eben keine Saison, das merken wir hier ziemlich schnell. Einige Bars haben komplett geschlossen, in anderen sind wir die einzigen Gäste. Wir schlafen in einem Bungalow und checken schon am nächsten Morgen aus, um eine andere Unterkunft zu suchen. Wir finden erneut einen Bungalow, diesmal wesentlich billiger und direkt über dem Mekong. Durch die Latten am Boden sieht man das Wasser fließen. Billiger ist der Bungalow, da die Toilette und die Dusche im Garten der Familie liegt. Mittags muss man dafür einen Wasserbüffel, eine Gänsefamilie und ein paar Kühe passieren.
Den Tag verbringen wir dann in einem Restaurant mit nichtstun, in der Hängematte liegen und das treiben auf dem Mekong zu beobachten. Um 12.30 Uhr unserer Zeit wird Helenas Mutter aus dem Bett geklingelt, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren. Für den nächsten Tag buchen wir eine Kayaktour.
Morgens müssen wir früh raus, es gibt Frühstück und dann geht es ans paddeln. Im Laufe des Tages besuchen wir zwei Wasserfälle, überqueren die Grenze nach Kambodscha, um dort zu essen und die seltenen Irawaddy-Delfine zu beobachten. Insgesamt eine schöne und anstrengende Tour mit viel Abwechslung.
Wir planen, die Insel am nächsten Tag zu verlassen und buchen eine Bustour nach Siam Reap in Kambodscha. Da hier um 23 Uhr Sperrstunde ist geschieht nicht viel.
Erneu stehen wir früh auf, um die Sachen zu packen und zum Hafen zu laufen. Auf dem Festland müssen wir unseren Einreiseantrag für Kambodscha ausfüllen während wir auf den Bus warten. Die Einreise funktioniert zum Glück problemlos, was nach vielen Erfahrungsberichten nicht immer der Fall ist. Suspekt ist uns nur etwas die Frau die an der Grenze in den Bus kommt und jedem ein Gerät an den Hals hält bis es piepst, kurz auf die Anzeige guckt und dann zum nächsten geht. Das ganze ohne einen Ton zu sagen. Wir vermuten einen Fiebertest.
Danach geht es stundenlang über die Straßen von Kambodscha, die teils gut ausgebaut sind, dann aber mittendrin aufhört oder riesige Schlaglöcher hat, die den ganzen Bus zum schaukeln bringen. Die Fahrt führt auch an vielen kleinen Siedlungen vorbei, in denen alte Autoreifen das Wellblechdach beschweren und alte Werbeplanen die Fenster verdecken.
In den etwas größeren Städten findet man Reichtum direkt neben Armut, ähnlich wie schon in Laos. Ein großes Wohnhaus im prunkvollen Stil wird von mehreren Holzverschlägen umringt.
Wir steigen noch einmal in einen kleineren Bus um, der uns nach Siam Reap bringt. Wir finden recht schnell und unkompliziert ein gutes Gasthaus und verbringen den Abend, etwas erledigt nach den 15 Stunden Fahrt, auf dem Zimmer.
by chaos0815-crew
Position:Laos