Montag, 2. Juli 2012

Chiang Mai




Ein paar Tage vorher haben wir den Nachtzug um 22 Uhr gebucht. Mit Sack und Pack geht es wieder an den Hauptbahnhof von Bangkok. Bei dem doch recht langen Zug (ca.8 Waggons) haben wir etwas Glück das unser Schlaf- und Sitzplatz im hintersten Waggon ist. Durch den Waggon führt ein Gang, links und rechts sind länglich die Betten angeordnet. Immer ein unteres mit Fenster und ein oberes ohne Fenster. In dem Zug herrscht eine ganz besondere Stimmung. Eine bunte Mischung aus Backpackern, Einheimischen, jungen und alten Menschen schafft eine gute Atmosphäre. Wir setzen uns zusammen in das untere Bett und trinken das mitgebrachte Bier. Ein paar Minuten später kommt ein Mann vorbei, der uns Frühstück am nächsten Morgen anbietet. Für circa 3€ bestellen wir Kaffee, Ei, Toast, Marmelade und ein paar Würstchen. Und er bietet uns noch ein Bier an. Das nehmen wir auch gerne an und bekommen es an unseren Platz geliefert. Das Treiben auf dem Gang wird mit der Zeit immer weniger und auch wir beschließen uns in unsere Betten zu begeben. Wohl aus Sicherheitsgründen bleibt das Licht die ganze Nacht an, was neben dem harten Gleisbett das Einschlafen nicht gerade erleichtert. Am nächsten Morgen werden die Betten von den Bahnmitarbeitern zu Sitzbänken umgebaut. Dann kommt auch schon das Frühstück. Wir kommen etwas durchgeschüttelt aber mit einer tollen Erfahrung mehr um 14.30 Uhr in Chiang Mai an. Dort warten schon die eifrigen Taxi- und TukTuk-Fahrer auf die Ankommenden. Nach etwas verhandeln bekommen wir einen Platz in einem der in Chiang Mai zahlreichen "Songthaew", ein Pickup mit zwei Sitzbänken auf der Ladefläche. Dieser bringt uns ins Zentrum, von dem aus wir unsere Suche nach einem Schlafplatz beginnen. Wir schauen uns zwei Stück an und entscheiden uns schließlich für das "Awana House", nahe dem Tapae Gate. Für 350 THB, umgerechnet 8,75€ bekommen wir einen kleinen Pool, eine Dachterrasse, ein Zimmer mit Ventilator und Dusche/WC auf dem Gang.
Abends machen wir uns auf, um die Stadt zu erkunden. Einige Straßen warten mit Bars und Massagestudios mit teilweise merkwürdigem Ambiente auf. Wir essen leckere, selbstgemachte Tachos in einem mexikanischen Restaurant.
Als nächster Stopp dient die THC Rooftop Bar, die ihrem Namen keine Ehre macht. Lediglich sehr gemütliche Atmosphäre, man sitzt auf kleinen Teppichen, lauscht Reggae Musik und genießt einen kleinen Ausblick von der Dachterrasse aus.
In unserem Gästehaus gibt es gutes Frühstück, das wir nach einem Sprung in den Pool geniessen. Danach machen wir uns an die Planung für die nächsten Tage. Auf dem Plan steht Elefantenreiten und einen Seilpark zu besuchen. An Angeboten mangelt es nicht wodurch sich die Entscheidung etwas schwierig gestaltet.
Abends suchen wir ein bestimmtes Café, um von dort aus mit meiner Mutter zu skypen und ihr zum Geburtstag zu gratulieren. Danach entdecken wir eine von außen nicht gerade einladende Bar, in der eine 3-köpfige Band live auftritt. Leider ist fast nichts los, die Stimmung ist trotzdem sehr gut und somit bleiben wir bis der Laden schließt. Die Bedienungen kümmern sich sehr gut um uns, schütten Eiswürfel nach oder schenken Bier aus der Flasche nach, die schon auf dem Tisch steht.
Am nächsten Tag steht der Seilpark "Eagle Track" auf dem Plan. Wir werden nach dem Frühstück an der Unterkunft abgeholt und fahren mit einem Minivan circa 45 Minuten zu dem Park. Dort werden wir freundlich begrüßt und bekommen die Sicherheitsvorrichtungen umgeschnallt. Zusammen mit dem Equipment, neun weiteren Teilnehmern und vier Guides geht es auf der Ladefläche eines Pickup zu dem Start der Strecke. Das ganze ist ein abwechslungsreicher Seilpark, in dem man meist von einer Plattform in einem Baum an einem Seil zur nächsten gleitet. An der ersten Plattform zögert eigentlich niemand, nur ein Asiate braucht etwas länger und sagt zu dem Guide "let me think about it", der Guide gibt ihm dafür aber keine Chance und hilft mit einem Schubser etwas nach. Ein weiteres Highlight sind die Abseilplattformen. Dort geht es an einem Seil 15-40 Meter in die Tiefe, das Tempo legt der Guide fest.
Die Gruppe ist ein ganz lustiger Haufen, gemischt aus Asiaten, Australiern und uns. Nach drei Stunden haben wir wieder festen Boden unter den Füßen und bekommen noch ein kleines Buffet zur Stärkung.
Um für das Spiel der deutschen Mannschaft fit zu sein legen wir uns danach aufs Ohr. Nachts (1.45 Uhr) mache ich mich dann alleine auf die Suche nach einer Kneipe die das Spiel überträgt. In einem Pub sitzen viele Holländer und ein paar Deutsche und es läuft das Spiel Portugal-Holland. Anfangs denke ich noch das das die Konferenz ist aber der einzige Sender der die Spiele in Thailand überträgt hat sich wohl nur für das Eine entschieden. Die Suche nach einer anderen Kneipe gestaltet sich sehr schwierig, schließlich ende ich in einem Internetcafé und höre das Spiel über ein Internetradio. Sehr spannend. Aber zum Glück mit gutem Ausgang.
Wir schlafen etwas länger und buchen danach einen Kochkurs an dem gleichen Abend. Wir werden gegen 16.45 Uhr an unserer Unterkunft abgeholt. Auf dem Fußweg zur Kochschule merkt die Frau die uns aufgegabelt hat, dass wir die Falschen Gäste für Ihre Kochschule sind. Also gehen wir zusammen zurück. Zufällig hat noch ein Pärchen aus unserem Haus ebenfalls einen Kochkurs gebucht, zur gleichen Zeit, nur in einer anderen Schule. Wir haben dann also die Abholpartner getauscht und kamen doch noch zur richtigen Schule. Von dort aus geht es auf den Markt um die Ecke, wo wir einige Sachen erklärt bekommen. Zurück in der Kochschule geht es auch gleich los. Wir beide haben unsere private Lehrerin, die uns sehr nett betreut und dabei noch ein paar Sitten und Bräuche in Thailand erklärt. Auf den Tisch kommen Frühlingsrollen, Pad Thai und Rotes Curry. Alles sehr sehr leckere Sachen.
Abends holen wir uns ein paar Bier aufs Zimmer und gucken Hangover 2.
Am nächsten morgen machen wir uns auf den Weg in das Thai Elephant Conservation Center. Nach einer 90-minütigen Fahrt kommen wir an dem Park an. Zusammen mit einem Mahout, der die Elefanten trainiert und mit ihnen arbeitet reiten wir auf dem Rücken des Dickhäuters eine Stunde lang durch den nordthailändischen Dschungel. Das diese riesigen Tiere sich so sanft und feinfühlig fortbewegen können ist immer wieder ein Wunder. Nach dem Ritt besuchen wir noch die Krankenstation des Parks in der viele kleine Elefanten untergebracht sind.
Auf der Rückreise treffen wir ein Pärchen aus den USA die ihre Flitterwochen unter anderem in Chiang Mai verbringen. Wir warten zusammen mit ihnen an einer kleinen Bushaltestelle, mitten im Nichts, an der einmal pro Stunde ein Bus vorbeifährt den man dann durch winken signalisieren muss das man mitfahren will. An der Autobahn!!Das machen wir dann auch und der Bus macht eine Vollbremsung mit quietschenden Reifen.
Wieder gut in Chiang Mai angekommen essen wir in einem kleinen Restaurant am Bahnhof, in dem es auf den ersten Blick nur Karten in Thai gibt und wir somit Bilder raten müssen was wir denn so essen.
Eine Bedienung erkennt unsere Verwirrung und bringt uns dann doch eine englischsprachige Karte. Das Essen war der Hammer, es hat sich also gelohnt.
Von dort aus steuern wir ein Café in der Nähe unserer Unterkunft an und lassen den Tag Revue passieren. Fast jeden Abend laufen wir an einem "Cocktail-Bike" vorbei und beschließen an diesem Abend dort mal ein paar Cocktails zu probieren. Dieses Bike besteht aus einer kleinen Bar in der Mitte und rundherum sind Fahrradsattel mit einer Lehne angebracht. Man sitzt nicht gerade gemütlich, dafür ist aber auch Happy Hour. Wir lernen Adam und Jules aus London kennen, ebenfalls Backpacker. Dann stößt noch Julian aus Australien dazu, den die anderen beiden ein paar Tage zuvor kennengelernt haben. Zusammen trinken wir noch ein paar Cocktails und machen uns auf die Suche nach der nächsten Bar. Es wird ein recht langer Abend mit wirklich lustigen Leuten.
Am Morgen danach müssen wir unsere Fahrt nach Pai planen. Dafür geht leider viel Zeit drauf und der Besuch im Wat Doi Suthep WIKI! fällt etwas kürzer aus. Der Tempel liegt auf einem Berg mit Blick über die Stadt. Die Straße dorthin ist sehr kurvig, weshalb Helena leicht übel ist als wir oben ankommen. Nach den 309 Stufen die noch zum Tempel fehlen ist keine Besserung in Sicht. Wir machen ein paar Fotos, schauen uns etwas um und treten die Heimreise an. Die Fahrt nach unten sitzen wir vorne im Taxi, um die Übelkeit in den Griff zu bekommen. Da vorne außer dem Sitz für den Fahrer nur ein weiterer ist nehme ich auf dem Notsitz hinter Helena Platz, der im Normalfall nur Kinder und/oder Werkzeugkoffern Platz bietet.
Auf die Minute genau kommen wir am Busbahnhof an, suchen unseren Minivan und beginne unsere Fahrt durch die 762 Kurven nach Pai.


by chaos0815-crew

1 Kommentar:

  1. Hey Ihr Zwei! Super Eindrücke - die Ihr da vermittelt! Sieht alles nach mega Abenteuer aus! viel Spaß Euch noch und grüße aus Germany! Felix

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